In Entstehung

Gedankentransformationen


Beamen leicht gemacht

Beamen leicht gemacht

Maria Smettan 2016

Zunächst muss man Wissen, was man auf gar keinen Fall machen sollte. Sonst stirbt man oder es passiert einfach gar nichts.
Starten wir mit einem einfachen Beispiel und versuchen zunächst nur eine Tasse zu beamen. Falls sie Spaß an Wortspielen haben, nehmen sie stattdessen eine Untertasse. Ein absoluter Trugschluss ist es, nur die Information, wie die Tasse aufgebaut ist, zu beamen.
In diesem Fall würde man an der Startstation des Beamers den Aufbau der Tasse bis ins letzte Detail ermitteln. Man würde demnach ermitteln, wo welche Moleküle sind, wie die Moleküle miteinander verbunden sind, aus welchen Atomen diese Moleküle bestehen, wie die Atome miteinander verbunden sind, aus welchen Teilchen die Atome bestehen und so weiter. Vereinfacht gesagt möchte man ein unhandliches Teil, wie z.B. einen Schrank verschicken und erstellt zunächst eine Anleitung aus welchen Einzelteilen der Schrank besteht und wie man diese zusammensetzt. Allerdings macht man das im Fall der zu beamenden Tasse bis ins letzte Detail. Außerdem erstellt man keine Bauanleitung aus Papier, sondern schickt die Anleitung als reine Information z.B. in Form von Energie an den Zielort. Dort steht ein Empfänger für diese Information und dieser startet sofort mithilfe der Bauanleitung die Tasse zusammenzufügen. Dieselbe Tasse? Nein! Die gleiche Tasse. Denn genau hier liegt der Hund begraben.
Im vereinfachten Beispiel erhält am Zielort jemand, der die Einzelteile des Schranks besitzt, die Bauanleitung und kann nun den Schrank fertig stellen. Folglich steht am Zielort nun nicht derselbe Schrank vom Startort, sondern nur ein baugleicher Schrank. Nämlich einer, der genauso wie der Schrank vom Startort aufgebaut ist. Sofern der Schrank am Startort noch steht, hat man jetzt zwei Schränke.
Es kann nämlich durchaus sein, dass man den Schrank am Startort zerlegen musste, um überhaupt zu wissen, wie er aufgebaut ist. Im Falle der Tasse, würde dieser Fall trügerisch nach einem erfolgreichen Beamen aussehen. Die Tasse am Startort wäre nicht mehr da, da man sie für die Gewinnung der Bauanleitung in Atome, Elektronen, Energien und noch viel mehr zerlegen musste. Dafür steht am Zielort eine baugleiche Tasse. Man könnte in diesem Fall durchaus meinen es wäre dieselbe Tasse, wie vom Start. Ist sie aber nicht, die ist nämlich nicht mehr da. Wir wissen das.
Falls sie das also nicht mit einer Tasse machen, sondern mit sich selbst, bewerben sie sich für einen Darwin Award. Sie sind dann tot, dafür gibt es am Zielort einen Klon von ihnen. Ganz nebenbei haben sie eins der zwei grundlegenden Prinzipien des 4-dimensionalen Lebens missachtet. Es gibt nichts exakt Identisches zweimal. Genauso wenig, wie die Bauteile des Schranks am Start dieselben Teile wie am Ziel sind, sind die Energien, Elektronen, Moleküle etc. am Ziel dieselben, wie am Start. Es kann also nur ein Klon dabei herauskommen und nicht sie selbst. Auf die Teilchen am Zielort kommen wir gleich noch zusprechen, denn zunächst gibt es noch eine gute Nachricht.
Sie haben mit ihrem missglückten Beamexperiment die Wirtschaft revolutioniert. Nachdem sie es geschafft haben den Aufbau einer Tasse bis ins kleinste Detail zu entschlüsseln, können sie nun unendlich viele Tassen erzeugen. Vermutlich ist die Erzeugung jedoch derartig teuer, dass eine klassische Herstellung noch für lange Zeit wesentlich rentabler sein wird. Sollten sie jedoch einmal viele Tassen auf dem Mars oder in fremden Galaxien brauchen, dürfte es sich schnell lohnen diese auf dem genannten Weg herzustellen. Gleichermaßen könnten sie mit einer entsprechenden Empfangsstation einen Planeten mit ihren Klons bevölkern. Vorausgesetzt sie schaffen es sich selbst ohne Zerlegung und den damit verbundenem Tod zu entschlüsseln oder sich zu zerlegen und wieder zusammenzubauen oder aber ihnen ist der Tod egal.
Apropos Tod. Momentan ist nur ihr eigener Tod in die Überlegungen miteinbezogen worden, dabei können Sie ohne weiteres den Tod Anderer verursachen. Nehmen wir wieder ihr erstes Experiment mit der Tasse. Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass bei der Empfängerstation ebenfalls eine Person den Ausgang des Experiments beobachtet. Stellen sie dort lieber eine Kamera auf, denn diese Person könnte dabei ernsthaft zu Schaden kommen. An der Empfängerstation werden Teilchen oder zumindest Energien oder noch viel Grundlegenderes benötigt, um die Tasse nach der versendeten Anleitung zusammenzubauen. Damit sind wir wieder bei den Teilchen und noch einem Grundprinzip. Selbst Teilchen, Energien und was es da sonst noch so geben mag, können nicht aus dem Nichts entstehen. Folglich muss sich die Empfängerstation vor Ort entsprechend bedienen. Neben der Empfängerstation steht ihr Beobachter, der davon sehr viel zu bieten hat. Demnach kann es sein, dass diesem hinterher lebenswichtige Bereiche fehlen. Wenn sie Glück haben, nimmt die Empfängerstation die nächstliegende Quelle, lässt ihren Beobachter unbeschadet und zerlegt sich selbst solange bis sie defekt ist.
Es ist also unbedingt notwendig die Empfängerstation in ihrer Wahl der Quellen für den Zusammenbau der Tasse einzuschränken. Nachdem sie es geschafft haben, den Aufbau der Tasse bis ins kleinste Detail zu entschlüsseln, stellt dies natürlich keine Schwierigkeit für sie dar.
Falls sie es noch nicht bemerkt haben, haben sie auf diesem Irrweg ihr eigentliches Ziel das Beamen ebenfalls so gut wie erreicht. Sie haben es erfolgreich geschafft den Aufbau einer Tasse bis ins kleinste Detail zu entschlüsseln. Konsequenterweise können sie diese Tasse jetzt zerlegen und anstatt, dass sie die Anleitung verschicken, verschicken sie nun die kleinsten Einzelteile. Dieses Prinzip gibt es bereits seit Jahrtausenden, zum Beispiel bei Zelten, Schränken etc.. Als Ganzes sind sie zum Transport relativ ungeeignet, in die Einzelteile zerlegt ist es bereits viel einfacher. Da sie den Aufbau der Tasse bis ins Detail kennen, sind in diesem Fall die „Einzelteile“ nicht oder nicht viel aufwändiger zu verschicken als die Anleitung zuvor. Natürlich dürfen sie nicht vergessen die Anleitung ebenfalls zu verschicken und vor Ort einen Empfänger zu haben, der damit etwas anfangen kann. Ansonsten wird ihre Tasse nie wieder zusammengesetzt und zerstreut sich in aller Herren Winde.
Aus Sicherheitsgründen sollten sie auch hier zunächst wieder mit etwas „Unsterblichen“ beginnen. Starten sie also wieder, wie gehabt, mit der unbelebten Tasse oder Untertasse. Steigern sie sich dann langsam über eine Topfpflanze und einen Hund Namens Laika. Den Namen für die Topfpflanze können sie noch frei wählen. Denken sie daran die passende Atmosphäre, Temperatur, Druck etc. ebenfalls mitzubeamen oder aus den bestehenden Teilchen vor Ort zu erzeugen. Ist dies erfolgreich, können sie sich an sich selbst heranwagen. Seien sie jedoch nicht enttäuscht, wenn sie sich dabei verändern. Dies ist nämlich das zweite Gesetz des 4-dimensionalen Lebens. Nichts bleibt unverändert. Alles ändert sich. Wenn sie eine Weltreise machen, werden sie auch verändert aussteigen. Wenn sie nur sitzen verändern sich. Wenn sie einen Unfall haben und ins Koma fallen, sind sie beim Aufwachen eventuell gravierend verändert. Allerdings sind sie nach dem menschlichen Verständnis immer noch dieselbe Person. Der fälschlich erzeugte Klon könnte dagegen niemals sie selbst sein. Denn bei ihm wurde das andere Prinzip missachtet.
Seine Entstehung beruht auf der Annahme, dass es dieselben Dinge mehrfach geben kann. Doch selbst Energie ist niemals dasselbe und auch sie verändert sich und das ist das Wunder des 4-dimensionalen Lebens. Es gibt nur diese zwei Gesetze, eines für die drei Dimensionen des Raums und eines für die eine Dimension der Zeit. Es gibt nichts zweimal und alles verändert sich. Vergessen sie den Rest. Der Rest basiert darauf, ist schlichtweg falsch oder bezieht sich auf weitere Dimensionen.
Herzlichen Glückwunsch!
Sie haben somit nicht nur beamen gemeistert, sondern das Wunder des Lebens begriffen. Überlegen Sie sich genau, wo sie zukünftig Empfängerstationen zum Beamen aufstellen wollen. Das eigene Schlafzimmer könnte sonst bald zum belebten Ort werden. Ein letzter Rat. Finden sie nie den Sinn des Lebens heraus. Erfreuen sie sich stattdessen am Suchen.

“Man sieht nur mit dem Herzen gut.”

“Man sieht nur mit dem Herzen gut.”

Zitat aus: Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry.

KleinerPrinz
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Maria Smettan 2016

Der Luxusdampfer Deutschland ist voll

Der Luxusdampfer Deutschland ist voll

Maria Smettan 2016

Auch ein Luxusdampfer hat Grenzen.
Da gibt es nur eine begrenzte Fläche,
eine begrenzte Anzahl an Kabinen,
eine begrenzte Anzahl an sehr gut bezahlten Jobs,
eine begrenzte Anzahl an sehr schlecht bezahlten Jobs
und eine begrenzte Anzahl an Passagieren.

Der Luxusdampfer Deutschland hat seine Grenzen erreicht.
Es gibt seit Jahren zu wenig bezahlbare und bewohnbare Kabinen.
Die Kabinen für den Kapitän werden immer größer und luxuriöser
und die für die Putzfrauen immer kleiner und maroder.
Die Anzahl der Passagiere, die hier ihren Lebensabend verbringen dürfen, wird immer größer.
Genau jetzt kreuzt der Luxusdampfer mehrere kenternde Schiffe.

Helfen oder nicht helfen?
Die AfD und CSU sagen, Schotten dicht, wir können gar nicht helfen, denn wir sind schon voll.
Die CDU und SPD sagen zunächst rauf auf den Luxusdampfer, wir helfen euch und rudern dann doch zurück.
Nur zu erklären wir können helfen reicht nicht mehr und sie sind zu feige zu erklären wie wir helfen können. Dann müssten sie nämlich das eigene Versagen der vergangenen Jahre zugeben.
Man müsste zugeben, dass man es versäumt hat unbewohnbare Kabinen zu renovieren,
Bereiche, die zu weit vom Speisesaal und Pool entfernt sind, attraktiver zu gestalten,
neue Kabinen zu bauen.
Man müsste zugeben, dass man das Entstehen von Luxuskabinen begünstigt hat und dafür die Putzfrauen in kleinere Kabinen umziehen mussten.
Man müsste zugeben, dass man nicht genug Anreize für Nachwuchs geschaffen hat und dadurch zu wenig Personal für die Passagiere im Ruhestand vorhanden ist.
Man müsste sich fragen, wie das sein kann, dass man das alles verbessern kann und die Politik bisher nichts getan hat? Warum hat man es nicht längst von der Politik eingefordert?

Da ist es doch einfacher zu sagen, es geht gar nicht, wir haben keinen Platz für Kabinen, wir haben keinen Markt für neue Jobs, wir können nicht helfen,
das Boot ist voll.

Anonym

Anonym

Anonym

Anonym, Maria Smettan 2015

[...]Deutsche und europäische Werte Festlegen und Bewahren [...] Die Debatten über Kopftücher stellen in Frage, wie weit wir die Freiheit, die eigene Kleidung zu wählen, einschränken wollen. Was ist mit der Oma, die bei der Gartenarbeit gern ein Kopftuch aufsetzt, mit verspiegelten Sonnenbrillen, hochgezogenen Schals im Winter? Möchten wir wirklich Vorschriften dazu, ob und wenn ja wie wir etwas tragen dürfen? [...]”              Maria Smettan 2016 

 

Wie wir das schaffen können

Wie wir das schaffen können

Maria Smettan 2016

Wir müssen uns selbst retten.
Wir haben Milliarden für Banken, Griechenland und die Abwrackprämie ausgegeben.

Wir müssen Milliarden für die Bewahrung des inneren Friedens und die Bewahrung der Freiheit ausgeben.

Mittelfristig müssen wir Geld in bezahlbare Wohnungen für alle investieren.
Bereits jetzt herrscht vielerorts ein akuter Mangel an bezahlbaren Wohnungen für Geringverdiener und den Mittelstand.
Eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus in den wohnungsknappen Regionen  schafft zudem Arbeitsplätze für alle Bildungsschichten.

Kurzfristig müssen wir Anreize schaffen um bestehenden Wohnungs-Leerstand zu Nutzen.
Eine Renovierungsprämie für Leerstand an Orten mit Wohnungsknappheit würde helfen. In Regionen mit einem Wohnungsüberangebot müssen dagegen die örtlichen Strukturen, z.B. das öffentliche Verkehrsnetz, Kinderbetreuungsplätze und Freizeitangebote für Alt und Jung ausgebaut werden. Außerdem müssen dort Anreize für Investitionen in kleine Unternehmen und Läden geschaffen werden. Somit können Arbeitsplätze entstehen, die Region gewinnt an Attraktivität, die Einwohnerzahl steigt und damit die Kaufkraft. Schließlich braucht jeder Nahrungsmittel.
Ein Aufruf sich an einer zentralen Stelle zu melden um unbürokratisch kurzfristig einem Flüchtling ein Dach über dem Kopf zu bieten, könnte die Turnhallensituationen entschärfen.
Viele Menschen in einer Turnhalle, egal welcher Nation, beherbergen unweigerlich ein starkes Gewaltpotential. 

Gewalt und Straftaten müssen konsequent verfolgt werden.
Wer nach Deutschland kommt  ist nach unserem Gesetz zu bestrafen, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Zudem lässt das Gesetz Freiraum für mildernde Umstände etc.. Nichts zu tun wäre ein Verrat an unseren eigenen Rechten und Pflichten.
Im selben Zuge muss Gewalt gegen Flüchtlinge nach demselben Gesetz verfolgt und bestraft werden. Deutschland ist ein Rechtsstaat.

Terroristische Gruppierungen müssen soweit möglich verhindert werden.
Es gibt bereits organisierte Verbrechen von Rechtsradikalen gegen Flüchtlinge und von Flüchtlingen gegen Frauen. Somit droht das gesamte in eine Spirale der Gewalt zu eskalieren. Deutschland ist ein Rechtsstaat und somit sind alle Straftaten vor diesem einen Recht zu verfolgen. Geschieht das nicht, ist nicht mehr klar, was tatsächlich eine Straftat ist und es werden sich mehr und mehr  Nachahmer, die sich keines Fehlers bewusst sind, finden.
Das starke Polarisieren und Verallgemeinern nimmt uns die Menschlichkeit und verhärtet dabei die Fronten. Wenn man nur noch positiv oder negativ von Flüchtlingen, Ossis, Moslems, Christen etc. spricht, nimmt man die Möglichkeit der Individualität. Es ist nicht mehr notwendig jemanden kennen zu lernen, da „die“ ohnehin alle gleich sind. Dabei gibt es bei allen genannten Gruppen Arschlöcher und Nette, Friedliche und Gewaltbereite, Freundliche und Unfreundliche etc.. 

Wählen gehen
Es gibt kaum eine Zeit in der Wählen gehen derartig viel bewirkt, wie jetzt. In Zeiten radikaler Ideen und Parteien gehen vor allem die besonders überzeugten und radikalen Bürger Wählen. Moderatere Bürger, die niemand so wirklich wählen wollen, bleiben oftmals den Wahlen fern und sind im Vergleich zu den Radikalen unterrepräsentiert. Dadurch erhalten die extremen Parteien prozentual gesehen mehr Stimmen. Nicht-Wählen unterstützt also die links- und rechtsextremistischen Parteien. Bei einer bewusst ungültig abgegebenen Stimme wird dagegen klar gemacht, dass man mit allen Parteien unzufrieden ist, ohne dass extremistische Parteien davon profitieren.

Deutsche und europäische Werte Festlegen und Bewahren
Einige Werte, wie Freiheit, Pressefreiheit, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Gerechtigkeit, scheinen auf den ersten Blick fest verankert. Allerdings wird gerade an Vielen gerüttelt. Man denke nur an die Stigmatisierung des Islams, an die Vorwürfe Zeitungen würden von der Politik kontrolliert oder an den Ruf Flüchtlinge nach einem anderen Gesetz zu verurteilen. Vor dem Gesetz sind alle gleich und für alle gilt das gleiche Gesetz. Falls das Gesetz schlecht ist, muss dieses Gesetz für alle geändert werden. Die Debatten über Kopftücher stellen in Frage, wie weit wir die Freiheit, die eigene Kleidung zu wählen, einschränken wollen. Was ist mit der Oma, die bei der Gartenarbeit gern ein Kopftuch aufsetzt, mit verspiegelten Sonnenbrillen, hochgezogenen Schals im Winter? Möchten wir wirklich Vorschriften dazu, ob und wenn ja wie wir etwas tragen dürfen?

Bildung für Deutsche
Wir „Deutsche“ haben in der Schulbildung wenig über die meisten afrikanischen Länder und über andere Religionen, wie beispielsweise den Koran gelernt. Es ist weitestgehend unbekannt, dass  in den 60’er Jahren Frauen in Syrien oft kein Kopftuch getragen haben. In den Schulen wird zu wenig vermittelt, dass der Koran auf der Bibel aufbaut. Genauso wie das Neue Testament auf dem Judentum, d.h. dem Alten Testament aufbaut, baut der Koran auf der gesamten Bibel auf. Folglich gelten die 10 Gebote im Judentum, Christentum und Islam. Es wird auch kaum gelehrt, dass Körpersprache tatsächlich in verschiedenen Kulturen unterschiedlich ist. Insbesondere der Körperabstand ist manchmal wesentlich geringer oder wesentlich weiter als bei uns und kann somit missverstanden werden. Auch einige Gesten, wie ein Händedruck oder ein Kopfschütteln, bedeuten weltweit nicht dasselbe. Wird das gezielt vermittelt, können Reibereien einfach vermieden werden, indem man fragt, ob man die Geste etc. richtig interpretiert hat.

Bildung für Flüchtlinge
Wir müssen in die Bildung der Flüchtlinge investieren. Ansonsten lassen wir die Chance ungenutzt unser Rentensystem vor dem Kollaps zu bewahren. Für gut gebildete Flüchtlinge sind Deutschkurse und Kurse über unsere Rechte und Werte völlig hinreichend. Allerdings gibt es auch einige Flüchtlinge, die aufgrund von langjähriger Verfolgung, langjährigem Krieg etc. nie oder nur selten in eine Schule gehen konnten. Folglich steht man vor der gewaltigen Aufgabe Einzelnen zunächst Lesen und Schreiben beizubringen. Andere können zumindest Lesen und Schreiben, allerdings fehlen in der  Mathematik sogar die Grundkenntnisse. Dafür kann unter anderem das Angebot der Abendschulen ausgebaut werden. Das hätte den positiven Effekt, dass die Isolierung der Flüchtlinge dabei aufgebrochen wird und sie in das bestehende Bildungssystem einbezogen werden.

Integration der Flüchtlinge in Soziales, Ehrenamt und Vereine
Helfen bei einem Dorffest, in der freiwilligen Feuerwehr, dem THW, dem roten Kreuz, den Maltesern, im Sportverein, im Chor, im Eine-Welt-Laden, in der Kirche, als Schülerlotse, in der Wasserwacht, der Bergwacht, dem Bund für Umwelt und Naturschutz etc….Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und werden noch viel zu wenig genutzt.
Die bereits bestehenden Freiwilligenagenturen müssen als Vermittlungsstellen für ehrenamtliche Tätigkeiten für die Vereine, Organisatoren von Festen usw. sowie für die Flüchtlinge selbst bekannt gemacht und gegebenenfalls erweitert werden. Zusätzlich dazu sind  regionale Anlaufstellen in den Gemeinde- und Stadtverwaltungen essentiell. Eine unkomplizierte einfache Vermittlung vor Ort und ein Aufruf, wie wichtig eine derartige Integration ist, sind notwendig um erfolgreich viele Flüchtlinge im Ehrenamt zu integrieren.
Diese Art von Integration gibt den entwurzelten Menschen eine neue Aufgabe und hilft die deutsche Sprache und die deutschen Werte kennen zu lernen. Im Gegensatz zu gezielten „Kennenlern-Veranstaltungen“ für Einheimische und Flüchtlinge, haben so auch Bürger, die nicht gezielt den Kontakt zu Flüchtlingen suchen, die Möglichkeit diese als individuelle Menschen kennen zu lernen. Eine Scheu davor Flüchtlinge als „günstige Arbeiter“ dadurch Auszubeuten ist nicht gänzlich unbegründet, jedoch ist die Gefahr gering sofern man im Zuge dessen keine neuen ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder einführt. Folglich sollte das kein Hinderungsgrund sein, diese Gelegenheit Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, ungenutzt zu lassen.

Wir können das Schaffen. Es ist an der Zeit uns selbst zu retten.

Schmackhafte Traumfrucht

 

Schmackhafte Traumfrucht

Traumfrucht

Schmackhafte Traumfrucht, Maria Smettan 2016

Stillstand

Stillstand

Maria Smettan 2016

Die Welt steht still.
Nein. Nicht die Welt.
Man selbst steht still.
Eingefroren in einem Schockzustand.
Die Welt dreht sich weiter.
Unfähig das Weitergehen der Welt wahrzunehmen.
Man ist bereits voll.
Das Gefühl der Leere ist nur das Fehlen neuer Eindrücke.
Neue Eindrücke haben keinen Platz.
Man ist schon voll,
voll mit unverarbeiteten Eindrücken.
Fühlt sich gefangen in der eigenen Ohnmacht.
Reagiert auf Neues nur noch auf Autopilot.
Alles andere arbeitet, ist beschäftigt,
ist nicht verschwunden,
sondern ausgelastet.

Kinder hinterfragen – Erwachsene nicht (Das Christkind kommt bei 10°C)

Kinder hinterfragen – Erwachsene nicht
Das Christkind kommt bei 10°C

Maria Smettan 2016

„Das Christkind bringt die Geschenke.“
„Das stimmt doch gar nicht.“
„Doch du kannst meine Mama fragen.“
„Die lügt.“
„Aber die Geschenke liegen doch unter dem Baum und da ist goldenes Engelshaar.“
„Das ist gar nicht von den Engeln und die Geschenke bringt jemand anders.“
„Mama? Gibt es das Christkind? Der Felix sagt, das gibt es gar nicht.“

„Draußen hat es 10°C.“
„Das stimmt doch gar nicht.“
„Doch du kannst es im Internet nachlesen.“
„Das Internet ist nicht immer richtig.“
„Geh raus und schau. Das Thermometer zeigt doch 10°C an.“
„Das Thermometer stimmt nicht, es hat keine 10°C.“
„Felix bei dir ist Hopfen und Malz verloren.“

Das Christkind kommt bei 10°C.

Wie Menschen zu Engeln werden

Wie Menschen zu Engeln werden

Maria Smettan 2015

Es ist an der Zeit eine Geschichte zu erzählen, die zu fantastisch klingt um wahr zu sein. Und doch sind das einzig bewusst erfundene die beiden Namen Amelie und Alice.
Alice und Amelie sind in England, genauer gesagt in Bath. Ein Ort, der derartig schöne historische Häuser hat, dass er mehrfach als Filmkulisse gedient hat. Frauenherzen, die Jane Austen Filme lieben, können hier höher schlagen. Die Einheimischen erzählen einem, dass hier Nicholas Cage einen Wohnsitz hat. Im Vertrauen ergänzen sie er sähe mittlerweile doch schon relativ alt aus und angeblich sei er pleite, aber „pssst“.
Es ist der 26. Dezember und Amelie und Alice machen sich am frühen Morgen auf den Weg zur Bushaltestelle um ihre Rundreise fortzusetzen. Noch ahnen sie nicht wie viel ihnen an diesem Tag zustoßen wird.
Da sie etwas unsicher sind, fragen sie den Busfahrer, ob das der richtige Bus nach Bristol ist. Der nette Busfahrer bejaht und sagt sie sollen sich hinsetzen. Beide meinen etwas verwirrt sie bräuchten noch eine Fahrkarte. Er winkt einfach ab und wünscht ihnen eine schöne Fahrt. Sie setzen sich und wundern sich noch eine Weile, ob der Busfahrer einfach so freundlich ist, sie mit ihrer Nachfrage und ihrem ausländischen Akzent so verloren gewirkt haben oder er ihnen, weil Weihnachten ist, die Fahrkarte geschenkt hat. Es ist trotz Amelies Erkältung ein sehr fröhlicher Start in den Tag.
Kurz vor Bristol gehen beide nochmals zu dem herzlichen Busfahrer und erkundigen sich wie man zum Fernbusbahnhof in Bristol kommt. Der Busfahrer meint es wäre nicht weit von der Haltstelle und er zeige es ihnen vor Ort. In Bristol werden Amelie und Alice ein weiteres Mal positiv von dem Busfahrer überrascht. Da hier seine Endstation ist, erklärt er nicht einfach den Weg, sondern steigt mit aus und lässt seinen Bus kurz zurück. Dabei ist der Fernbusbahnhof gar nicht so schwer zu finden, man muss lediglich den Platz überqueren und in die nächste Straße einbiegen. Am Fernbusbahnhof angekommen verabschiedet er sich von ihnen.
Nach einer Weile steigen Amelie und Alice in den Bus nach Cardiff und versichern sich zunächst bei dem neuen Busfahrer, dass ihre im Internet gekauften Spaßfahrkarten wirklich gültig sind. Die Fahrkarten heißen wirklich so und haben gerade einmal 50 Cent für eine 2 bis 3 Stunden Busfahrt gekostet. Der Busfahrer lacht und gratuliert ihnen dazu zwei der wenigen nahezu geschenkten Fahrkarten erwischt zu haben.
In Cardiff gehen Alice und Amelie schließlich auf Entdeckungsreise. Sie beginnen zu erahnen, dass Wales anders als England ist. Mystischer, fantastischer. Auf der Flagge von Wales prangt ein riesiger Drache und vereinzelte Menschen sprechen auf der Straße nicht Englisch sondern Walisisch. Eine Sprache die für beide unverständlich und schon gar nicht lesbar ist. Die zweisprachigen Schilder sehen fast aus als wäre Walisisch eine Geheimsprache mit einem verschlüsselten Code. Wie sonst lassen sich so viele Konsonanten innerhalb eines Wortes erklären. Am späten Nachmittag begeben sich Amelie und Alice zum Bahnhof um tiefer in dieses mystische Land einzudringen. Wie überall sind auch hier die Schilder zweisprachig. Auf dem Englischen Schild stehen die Gleise 1-4 ausgeschildert und dann geht es weiter mit Gleis 6. Gleis 5 fehlt. Darunter steht wieder etwas in dieser eigenartigen Sprache mit den vielen Konsonanten. Amelie entdeckt gegenüber des Bahnhofs eine Kneipe Namens „Kings Cross“. Beide denken unweigerlich an Harry Potter und das Gleis 9 ¾ am Bahnhof „Kings Cross“. Alice witzelt, dass die walisische Übersetzung auf dem Schild in Wahrheit erklärt, wie die Eingeweihten auf Gleis 5 und in das wahre Land der Drachen kommen. Amelie ist sich sicher, Joanne K. Rowling muss an diesem Bahnhof die Idee für das Gleis 9 ¾ gehabt haben.
Im Zug ruhen sie sich ein bischen von dem vielen zu Fuß durch Cardiff laufen aus. Je länger sie unterwegs sind, desto mehr Menschen sprechen diese sonderbare walisische Sprache. Die beiden haben vor, das gesamte Land der Länge nach zu durchqueren und dann ein kleines Stück zurück in ein kleines Örtchen mit einem unaussprechlichen Namen zu fahren. Nach ein paar Stunden müssen sie umsteigen und setzen sich in ein kleines Wartehäuschen des Bahnhofs. Nach einigen Minuten gesellen sich zwei bekannte Gesichter zu ihnen. Es sind die indischen Schwestern, die sie bereits in Bath kennen gelernt hatten und die auch umherreisen. Nachdem alle lachend festgestellt haben, wie klein die Welt doch ist, beginnen die Schwestern von ihrem Malheure zu berichten. Sie haben leider erst jetzt festgestellt, dass sie die Nacht hier verbringen müssen. Als sie die Fahrkarte gekauft hatten, kam zwar eine Warnung, dass die Fahrt Übernacht geht, allerdings dachten sie der Zug würde die Nacht durchfahren. Welch ein Irrtum. Es ist 10 Uhr abends und die Schwestern müssen notgedrungen die Nacht in dem kleinen Wartehäuschen bleiben. Alice und Amelie erzählen, sie hätten ebenfalls noch einen Aufenthalt von 1 Uhr nachts bis 6 Uhr früh am Bahnhof vor sich. Sie haben jedoch extra davor nachgesehen, ob der Bahnhof denn nachts geöffnet wäre. Die indischen Schwestern versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Wenigstens ist das Häuschen geschlossen und windgeschützt, auch wenn es nicht beheizt ist. Etwas später verabschieden sich Amelie und Alice und wünschen ihnen trotzdem eine gute Nacht. Im nächsten Zug atmen beide erleichtert durch und sind froh die Nacht in einem warmen Bahnhof verbringen zu können.
An einem Halt unterwegs steigt ein seltsam wirkender Mann ein und Amelie ist genervt, weil Alice die Angewohnheit hat, solche Menschen magisch anzuziehen. Amelie setzt sich extra um und legt die Jacke neben sich, damit sich der Mann nicht zu ihnen setzt. Doch wie sollte es auch anders sein, der Mann setzt sich zielsicher zu ihnen und fängt ein etwas sonderbares Gespräch an. Es gibt Gespräche, deren Inhalt man sich gar nicht so genau merkt und der eigentlich harmlos ist, und doch bleiben sie einem als komisch im Gedächtnis haften. Genau so ein Gespräch ist das. Eigentlich ist es nur Smalltalk über woher Amelie und Alice gerade kommen, wie es ihnen gefallen hat und wohin sie noch wollen. Bevor er aussteigt schreibt er noch in einer krakeligen Schrift seine Telefonnummer auf einen Zettel und reicht ihn Alice. Sie könne ihn jederzeit anrufen, falls etwas ist und er würde sie beide dann abholen. Nachdem der Mann ausgestiegen ist, wirft Alice den Zettel in den Müll.
Um 1 Uhr nachts kommen Amelie und Alice in Llandudno an und verlassen den warmen beleuchteten Zug. Am Bahnhof ist lediglich eine Art Notbeleuchtung an, es ist relativ dunkel und vor allem sehr windig und kalt. Die beiden ahnen ziemlich schnell, dass hier wohl nichts mehr geöffnet hat. Sie fangen an nach einem Aufenthaltsraum zu suchen, doch auch so etwas gibt es hier nicht. Die zuvor noch bemitleidete Situation der beiden indischen Schwestern ist auf einmal ein Wunschtraum. Schließlich beschließen Alice und Amelie sich in die Toiletten zu setzen um wenigstens dem schneidenden Wind zu entkommen. Dort angekommen müssen sie feststellen, dass diese abgeschlossen sind. Auch die Herrentoiletten sind verschlossen.
Alice und Amelie suchen sich eine möglichst windgeschützte Stelle und mummeln sich mit allem, das sie dabei haben, ein. Als Sitzfläche nützen sie Handtücher und sie setzen sich Rücken an Rücken um zumindest aus einer Richtung von dem die Richtung wechselnden pfeifenden Wind geschützt zu sein. Amelies Erkältung wird immer schlimmer, sie ist erschöpft. Alice gibt Amelie ihren Schal. Es ist kaum zu glauben, dass das immer noch der Tag ist, der mit dem herzlichen Busfahrer begonnen hat. Mittlerweile ist es 2 Uhr früh und beide kühlen immer mehr aus. Nachdem sie im Internet gelesen haben, der Bahnhof habe 24 Stunden geöffnet, machen sie sich nochmals auf die Suche nach einem Hinweisschild oder Ähnlichem.
Sie finden an einer Wand ein Plakat mit einer Servicehotline für Notfälle. Alice wählt die Nummer und wartet bis jemand abhebt. Offenbar hat sie die Person geweckt und dementsprechend übellaunig ist der Mann am anderen Ende der Leitung. Alice beschreibt ihre Situation und erklärt sie hätten extra nachgesehen und im Internet gelesen, der Bahnhof habe 24 Stunden geöffnet. Unwirsch erwidert der Mann am Servicetelefon, das würde nur für Llandudno Bahnhof gelten und sie wären in Llandudno Junction, außerdem sei Sonntag. Alice fragt wie man denn zu Llandudno Bahnhof komme, der Mann antwortet mürrisch, dass das viel zu weit weg sei. Nachdem Alice aufgelegt hat erklärt sie Amelie, es gäbe offenbar zwei Bahnhöfe in Llandudno, die sehr weit auseinander liegen. Die 24 Stunden Öffnungszeit gelten wohl für den anderen Bahnhof. Die beiden haben keine Möglichkeit das nachzuprüfen und müssen sich auf die Aussage schlichtweg verlassen. Nach dem erfolglosen Anruf machen sie sich wieder auf die Suche nach einem geeigneteren Unterschlupf. Als sie auf den Bahnhofsvorplatz treten, sehen sie zum ersten Mal einen erleuchteten Raum des Bahnhofsgebäudes. Hoffnungsvoll gehen sie hin und erkennen, dass es sich um den Aufenthaltsraum eines Taxifahrers handelt. Sie klopfen an der Tür und nach kurzem Zögern kommt der Taxifahrer und öffnet sie. Alice erzählt zum wiederholten Male, wie sie in diese ungewollte Situation geraten sind und bittet den Taxifahrer sie beide in seinen Warteraum zu lassen. Der Taxifahrer verneint, woraufhin Amelie ihn anfleht. Doch der Taxifahrer schließt die Tür mit Nachdruck und sperrt ab. In ihrer Verzweiflung kommen Alice und Amelie gar nicht erst auf die Idee, er könne vor ihnen beiden Angst haben. Sie sind ein bischen größer als der Taxifahrer, zu zweit, dick eingemummelt und sprechen noch dazu mit einem fremden Akzent.
Resigniert gehen sie wieder weg, setzen sich auf eine Bank und unterhalten sich über den seltsamen Mann aus dem Zug. Ob der das wohl geahnt hat? Irgendwie sind sie froh, dass sie den Zettel mit der Telefonnummer nicht mehr haben. So müssen sie nicht überlegen, ob sie ihn trotz des schlechten Bauchgefühls anrufen sollten. Vielleicht hatten sie das Bauchgefühl ja nur, weil der Mann seltsam war, fremd gewirkt hat. Fremd, wie sie selbst auf den Taxifahrer. Andererseits gibt es überall gute und schlechte Menschen und das hat nichts mit fremd oder nicht fremd zu tun. Mittlerweile ist es 3 Uhr morgens, ihr Versuch etwas zu schlafen ist gescheitert. Amelie glaubt Fieber zu haben und ist zusehends erschöpfter. Alice ruft nochmals die Servicehotline an und versucht über den stinkigen Mann am Telefon wenigstens an den Schlüssel für die Toiletten zu kommen. Dort wäre es nicht so windig. Die 6 Grad Plus würden sich nicht mehr so eisig kalt anfühlen. Allerdings ist auch dieses Telefonat erfolglos. Daraufhin bricht Amelie, der es körperlich immer schlechter geht, emotional zusammen. Sie beginnt zu weinen, kriegt einen schlimmen Schub von Heimweh und schluchzt sie müsse sterben. Alice überlegt, ob sie einen Krankenwagen oder die Polizei rufen soll. Allerdings ist Amelie dagegen, sie haben doch im Voraus gebuchte Zugtickets für 6 Uhr früh und sie wolle nicht ins Krankenhaus wegen einer Erkältung. Im Grunde muss Amelie nur irgendwie ins Warme. Alice denkt an die Herbergssuche von Maria und Josef. Die haben sehr viele Absagen erhalten. Ihnen haben bisher nur der Mann am Servicetelefon und der Taxifahrer die Tür vor die Nase geknallt. Alice beschließt loszugehen und an Häusern zu klingeln. Gegenüber vom Bahnhof ist ein Hotel, Amelie sagt sie solle es zuerst dort versuchen. Amelie denkt an Frodo und Sam. Sie fühlt sich wie Frodo, der einfach nicht mehr weiter kann und Alice ist Sam. Sam, der die Hoffnung nicht aufgibt und weiter nach einem Weg sucht.
Alice ist mittlerweile an dem Hotel angekommen und klingelt mehrfach. Doch es geht kein Licht an, niemand öffnet die Tür. Ein Haus weiter sieht Alice im Obergeschoss Licht brennen. Alice geht durch den kleinen Vorgarten und vor der Tür erfasst sie die blanke Panik. Das Glas der Haustür ist herausgenommen und mit Sperrholz ersetzt. Alle angrenzenden Fenster haben ebenfalls statt Glas sauber eingesetztes Sperrholz. Alice fragt sich, welcher Psychopath so etwas macht, was derjenige zu verbergen hat, was passiert wenn ihr da etwas zustößt. Amelie wisse schließlich nicht wo sie ist. Als Alice Schritte auf der Straße hört dreht sie sich vom Haus weg, läuft auf die Straße und fragt den Mann dort panisch, ob er ihr helfen könne. Es ist halb 4 Uhr Morgens. Der Mann beruhigt sie und sagt er wäre auf den Weg zur Arbeit und was denn los sei. Alice schildert ihr Problem. Der Mann hat es zwar eilig, beschreibt aber den Weg zu einem nahe gelegenen Supermarkt, der 24 Stunden geöffnet hat. Er meint sie könnten sich darin vielleicht etwas aufwärmen. Alice, deren Herz immer noch etwas rast, bedankt sich bei dem Mann, der eilig seinen Weg fortsetzt.
Erst am Tag darauf wird Alice bewusst, dass es sich vermutlich um ein Puff oder etwas Ähnliches gehandelt hat und sie nicht so viele Krimiserien mit Profilern gucken sollte. Sperrholz in den Fenstern ist tagsüber für unerkannte Psychopathen doch etwas auffällig.
Der Puls von Alice hat sich gerade wieder etwas beruhigt als ihr der nächste Schock bevorsteht. Sie kann Amelie nicht mehr finden. Erst nach einer sich endlos anfühlenden Zeit bemerkt sie Amelie eingemummelt an einem anderen Platz. Amelie hatte sich umgesetzt, da es dort etwas geschützter ist. Alice berichtet Amelie von dem Supermarkt und gemeinsam machen sie sich auf den Weg dorthin. Schon von weitem können sie ein riesiges Schild sehen auf dem 24 Stunden geöffnet steht. Mit neuem Mut gehen sie auf den Supermarkt zu. Überall brennt Licht allerdings müssen sie feststellen, dass die Türen geschlossen sind. Beide klopfen an die Tür, doch keiner bemerkt sie. Amelie und Alice sehen die Mitarbeiter beim Regale einräumen und begeben sich zu einer Seitentür, die näher an den Arbeitern gelegen ist. Als sie dieses Mal klopfen werden sie bemerkt. Ein Angestellter kommt und öffnet die Tür. Alice und Amelie, die auch wieder Hoffnung geschöpft hat, erzählen nochmals ihre Geschichte. Der Mann sagt er müsse seinen Vorgesetzten fragen und komme gleich zurück. Als er zurück ist, erklärt er mit Bedauern, er könne sie leider aus Versicherungsgründen nicht Einlassen. Auf Rückfrage erläutert er zudem, dass die 24 Stunden Öffnungszeiten für Sonntag nicht gelten. Alice bedankt sich trotzdem und er verschließt die Tür wieder. Die neu entfachte Hoffnung ist komplett zerschlagen. Amelie bricht in Tränen aus und übergibt sich. Alice nimmt sie in den Arm und versucht sie zu trösten.

Genau in diesem Moment ruft der Mann von der Tür aus, sie sollen reinkommen. Ungläubig gehen Alice und Amelie zur Tür, die ihnen nun weit aufgehalten wird. Amelie sieht dem Mann in die Augen und sagt aus tiefstem Herzen: „Sie sind ein Engel!“.
Amelie und Alice dürfen sich im Bereich des Cafés setzen und sollen sich aus versicherungstechnischen Gründen nicht von der Stelle bewegen. Nach ca. 10 Minuten kommt einer der Angestellten mit Tee und Toastbrot mit Butter und etwas Salz darauf. Amelie nimmt dankbar den Tee zum aufwärmen und reicht den Toast an Alice weiter. Der Mann erklärt ihnen sie dürfen bleiben bis sie wieder zum Zug müssen. Er fragt sie, wo sie hinfahren und sie zeigen ihm die Zugtickets, da sie den Ortsnamen „Betws-y-Coed“ immer noch nicht aussprechen können. Daraufhin nimmt er einen Zettel zur Hand und schreibt für den Notfall die Telefonnummer des dortigen Arztes auf. Er sagt er komme aus der Gegend und falls der Zug nicht fährt, könne er sie mittags nach seiner Schicht mitnehmen. Außerdem weist er sie darauf hin am Besten vorher bei dem Arzt anzurufen und mit einem zwinkern fügt er hinzu man wird per Band gefragt, ob man die Öffnungszeiten auf Englisch oder Walisisch hören möchte. Er empfiehlt ihnen lachend die Englische Version zu nehmen.
Aufgewärmt und mit deutlich gehobener Stimmung fahren Amelie und Alice um kurz vor 6 Uhr weiter zu dem Ort mit dem unaussprechlichen Namen. Es ist immer noch dunkel. Um kurz vor halb 7 erreichen sie in der nebligen Dämmerung den unaussprechlichen Ort und gehen auf ihr Hotel „The Royal Oak“ zu. Davor steht ein einzelner Baum und aus diesem erheben sich gleichzeitig mit einem wahnsinnigen Lärm zahllose Krähen. Wenn Amelie noch die Kraft dazu hätte, würde sie schreien. Alfred Hitchcock muss so etwas erlebt haben bevor er „Die Vögel“ geschrieben hat. Für Alice bleibt in gewisser Weise die Zeit stehen, sie denkt ebenfalls an Hitchcock. Sie denkt daran, wie selten so ein Moment wohl ist und dass man das selbst mit einer Kamera gar nicht so festhalten kann. Dieses Gefühl, dieser Moment ist einmalig. Alice versucht sich diesen fantastischen Moment zu merken.
Der Lärm hat einen Angestellten des Hotels geweckt, der vor die Türe tritt um nach dem Rechten zu sehen. Alice und Amelie gehen zu ihm und erklären sie dürften eigentlich erst ab 14 Uhr einchecken. Er lässt sie trotzdem schon ins warme Foyer und sie warten dort bis um 7 Uhr auf der Couch. Langsam erwacht das gesamte Hotel zu Leben. Nachdem die Zimmer bereits fertig sind, dürfen Alice und Amelie schon vorzeitig einchecken und sinken dankbar ins Bett.
Dies ist eine wahre Geschichte. Die Wahrheit ist, oft ist es eine scheinbar kleine Geste, die einen Menschen in den Augen eines Anderen zu einem Engel macht. In diesem Fall ist es das Öffnen einer Tür für zwei Fremde.

Living together / Zusammen leben

 

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Zusammmenleben

Living together / Zusammen leben, Maria Smettan 2015