In Entstehung

Brodelnde Gesellschaft


Brodelnde Gesellschaft.

Es ist nicht gut, dass wir unsere Erwartungen gegenseitig hochschrauben und immer weniger erhoffen, dafür immer mehr erwarten.

BrodelndeGesellschaft
Brodelnde Gesellschaft, Maria Smettan 2016

Enttäuschte:
“Es reicht einfach nicht für den Urlaub.”
“Ich fahre 3 Wochen nach Neuseeland.”
“Ich habe kein Glück mit der Liebe.”
“Ich bin heute mit Frühstück ans Bett geweckt worden.”
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“Ich hatte es kaum gehofft und dann hab ich die Konzerttickets tatsächlich gewonnen!!!”
“Ich habe etwas besonderes zum Jahrestag erwartet. Und dann nichts. Einfach vergessen worden.”

Ängstliche:
“Ich gehe nicht mehr zu Großveranstaltungen. Ich habe Angst erschossen zu werden.”
“Ich habe mir eine Pistole zugelegt.”
“Ich habe Angst vor Terror.”
“Bei einem Terroranschlag zu sterben ist extrem unwahrscheinlich.”
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“Die Band hat angefangen und ich habe die Welt um mich und den Terror vergessen.”
“Statistisch ist fliegen sicher, aber ich habe Angst.”

Abgehängte:
“Ich muss 1 Monat auf Fleisch verzichten, wenn ich mit Freunden ins Kino will.”
“Ich war mit Freunden auf einer Hütte für 1 Woche.”
“Ich kann meiner Familie daheim kein Geld schicken.”
“Ich arbeite als Ingenieur und schicke meiner Familie alles, was sie brauchen.”
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“Ich war am Stadtfest, kein Eintritt. Ich hab die ganze Nacht getanzt.”
“Meine Freunde haben nicht mal gefragt, weil ich eh nie Zeit habe.”

Wütende:
“Ich reiße mir den Arsch auf und das für einen feuchten Händedruck!”
“Ich muss nur auf Akten aufpassen und verdiene super gut.”
“Ich hatte den ganzen Tag in der Arbeit Kopfweh und musste daheim die Geigenübungen meines Kindes ertragen.”
“Ich sage meinem Arzt, wie lange ich krank bin.”
“Ich habe mir alles hart erarbeitet und die sollen das einfach so kriegen.”
“Herzlich Willkommen Flüchtlinge.”
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“Heute hat sich eine fremde Frau für Unterkunft, Kleidung und Nahrung bedankt.”
“Meine Hilfe war unerwünscht, er wollte mich nur Anbaggern.”

Selbstmörder:
“Ich habe komplett versagt.”
“Ich hatte nichts und habe mir alles selbst erarbeitet.”
“Eigentlich sind alle froh, wenn ich nicht da bin.”
“Ich war sofort umringt von netten Leuten.”
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“Ich flitsche gern Steine übers Wasser.”
“Am Ende der Woche war ich ausgelaugt. Ich hatte zu nichts mehr Lust.”

Attentäter:
“Ich habe versagt. Wenigstens mit meinem Tod kann ich für meine Familie sorgen.”
“Mein Vater hat Tücher verkauft und jetzt ernähre ich die Familie damit.”
“Die Reichen haben uns alles genommen, jetzt nehme ich ihr Leben.”
“Ich hatte nichts und habe mir alles selbst erarbeitet.”
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“Heute hatte ich Glück, es ist zwar nur ein Job für 2 Wochen, aber ein Anfang.”
“Mein Cousin hat sich in die Luft gesprengt. Meine Tante ist am Boden. Keiner wusste, dass er keinen Job mehr hatte.”

Glückliche:
“Ich habe zwei Kinder, Glück in der Liebe, einen gutbezahlten Job und die besten Freunde der Welt.”
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“Ich hab keinen Job, keine Freundin, nichts. Ich habe versagt.”