In Entstehung

Wie wir das schaffen können


Wie wir das schaffen können

Maria Smettan 2016

Wir müssen uns selbst retten.
Wir haben Milliarden für Banken, Griechenland und die Abwrackprämie ausgegeben.

Wir müssen Milliarden für die Bewahrung des inneren Friedens und die Bewahrung der Freiheit ausgeben.

Mittelfristig müssen wir Geld in bezahlbare Wohnungen für alle investieren.
Bereits jetzt herrscht vielerorts ein akuter Mangel an bezahlbaren Wohnungen für Geringverdiener und den Mittelstand.
Eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus in den wohnungsknappen Regionen  schafft zudem Arbeitsplätze für alle Bildungsschichten.

Kurzfristig müssen wir Anreize schaffen um bestehenden Wohnungs-Leerstand zu Nutzen.
Eine Renovierungsprämie für Leerstand an Orten mit Wohnungsknappheit würde helfen. In Regionen mit einem Wohnungsüberangebot müssen dagegen die örtlichen Strukturen, z.B. das öffentliche Verkehrsnetz, Kinderbetreuungsplätze und Freizeitangebote für Alt und Jung ausgebaut werden. Außerdem müssen dort Anreize für Investitionen in kleine Unternehmen und Läden geschaffen werden. Somit können Arbeitsplätze entstehen, die Region gewinnt an Attraktivität, die Einwohnerzahl steigt und damit die Kaufkraft. Schließlich braucht jeder Nahrungsmittel.
Ein Aufruf sich an einer zentralen Stelle zu melden um unbürokratisch kurzfristig einem Flüchtling ein Dach über dem Kopf zu bieten, könnte die Turnhallensituationen entschärfen.
Viele Menschen in einer Turnhalle, egal welcher Nation, beherbergen unweigerlich ein starkes Gewaltpotential. 

Gewalt und Straftaten müssen konsequent verfolgt werden.
Wer nach Deutschland kommt  ist nach unserem Gesetz zu bestrafen, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Zudem lässt das Gesetz Freiraum für mildernde Umstände etc.. Nichts zu tun wäre ein Verrat an unseren eigenen Rechten und Pflichten.
Im selben Zuge muss Gewalt gegen Flüchtlinge nach demselben Gesetz verfolgt und bestraft werden. Deutschland ist ein Rechtsstaat.

Terroristische Gruppierungen müssen soweit möglich verhindert werden.
Es gibt bereits organisierte Verbrechen von Rechtsradikalen gegen Flüchtlinge und von Flüchtlingen gegen Frauen. Somit droht das gesamte in eine Spirale der Gewalt zu eskalieren. Deutschland ist ein Rechtsstaat und somit sind alle Straftaten vor diesem einen Recht zu verfolgen. Geschieht das nicht, ist nicht mehr klar, was tatsächlich eine Straftat ist und es werden sich mehr und mehr  Nachahmer, die sich keines Fehlers bewusst sind, finden.
Das starke Polarisieren und Verallgemeinern nimmt uns die Menschlichkeit und verhärtet dabei die Fronten. Wenn man nur noch positiv oder negativ von Flüchtlingen, Ossis, Moslems, Christen etc. spricht, nimmt man die Möglichkeit der Individualität. Es ist nicht mehr notwendig jemanden kennen zu lernen, da „die“ ohnehin alle gleich sind. Dabei gibt es bei allen genannten Gruppen Arschlöcher und Nette, Friedliche und Gewaltbereite, Freundliche und Unfreundliche etc.. 

Wählen gehen
Es gibt kaum eine Zeit in der Wählen gehen derartig viel bewirkt, wie jetzt. In Zeiten radikaler Ideen und Parteien gehen vor allem die besonders überzeugten und radikalen Bürger Wählen. Moderatere Bürger, die niemand so wirklich wählen wollen, bleiben oftmals den Wahlen fern und sind im Vergleich zu den Radikalen unterrepräsentiert. Dadurch erhalten die extremen Parteien prozentual gesehen mehr Stimmen. Nicht-Wählen unterstützt also die links- und rechtsextremistischen Parteien. Bei einer bewusst ungültig abgegebenen Stimme wird dagegen klar gemacht, dass man mit allen Parteien unzufrieden ist, ohne dass extremistische Parteien davon profitieren.

Deutsche und europäische Werte Festlegen und Bewahren
Einige Werte, wie Freiheit, Pressefreiheit, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Gerechtigkeit, scheinen auf den ersten Blick fest verankert. Allerdings wird gerade an Vielen gerüttelt. Man denke nur an die Stigmatisierung des Islams, an die Vorwürfe Zeitungen würden von der Politik kontrolliert oder an den Ruf Flüchtlinge nach einem anderen Gesetz zu verurteilen. Vor dem Gesetz sind alle gleich und für alle gilt das gleiche Gesetz. Falls das Gesetz schlecht ist, muss dieses Gesetz für alle geändert werden. Die Debatten über Kopftücher stellen in Frage, wie weit wir die Freiheit, die eigene Kleidung zu wählen, einschränken wollen. Was ist mit der Oma, die bei der Gartenarbeit gern ein Kopftuch aufsetzt, mit verspiegelten Sonnenbrillen, hochgezogenen Schals im Winter? Möchten wir wirklich Vorschriften dazu, ob und wenn ja wie wir etwas tragen dürfen?

Bildung für Deutsche
Wir „Deutsche“ haben in der Schulbildung wenig über die meisten afrikanischen Länder und über andere Religionen, wie beispielsweise den Koran gelernt. Es ist weitestgehend unbekannt, dass  in den 60’er Jahren Frauen in Syrien oft kein Kopftuch getragen haben. In den Schulen wird zu wenig vermittelt, dass der Koran auf der Bibel aufbaut. Genauso wie das Neue Testament auf dem Judentum, d.h. dem Alten Testament aufbaut, baut der Koran auf der gesamten Bibel auf. Folglich gelten die 10 Gebote im Judentum, Christentum und Islam. Es wird auch kaum gelehrt, dass Körpersprache tatsächlich in verschiedenen Kulturen unterschiedlich ist. Insbesondere der Körperabstand ist manchmal wesentlich geringer oder wesentlich weiter als bei uns und kann somit missverstanden werden. Auch einige Gesten, wie ein Händedruck oder ein Kopfschütteln, bedeuten weltweit nicht dasselbe. Wird das gezielt vermittelt, können Reibereien einfach vermieden werden, indem man fragt, ob man die Geste etc. richtig interpretiert hat.

Bildung für Flüchtlinge
Wir müssen in die Bildung der Flüchtlinge investieren. Ansonsten lassen wir die Chance ungenutzt unser Rentensystem vor dem Kollaps zu bewahren. Für gut gebildete Flüchtlinge sind Deutschkurse und Kurse über unsere Rechte und Werte völlig hinreichend. Allerdings gibt es auch einige Flüchtlinge, die aufgrund von langjähriger Verfolgung, langjährigem Krieg etc. nie oder nur selten in eine Schule gehen konnten. Folglich steht man vor der gewaltigen Aufgabe Einzelnen zunächst Lesen und Schreiben beizubringen. Andere können zumindest Lesen und Schreiben, allerdings fehlen in der  Mathematik sogar die Grundkenntnisse. Dafür kann unter anderem das Angebot der Abendschulen ausgebaut werden. Das hätte den positiven Effekt, dass die Isolierung der Flüchtlinge dabei aufgebrochen wird und sie in das bestehende Bildungssystem einbezogen werden.

Integration der Flüchtlinge in Soziales, Ehrenamt und Vereine
Helfen bei einem Dorffest, in der freiwilligen Feuerwehr, dem THW, dem roten Kreuz, den Maltesern, im Sportverein, im Chor, im Eine-Welt-Laden, in der Kirche, als Schülerlotse, in der Wasserwacht, der Bergwacht, dem Bund für Umwelt und Naturschutz etc….Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und werden noch viel zu wenig genutzt.
Die bereits bestehenden Freiwilligenagenturen müssen als Vermittlungsstellen für ehrenamtliche Tätigkeiten für die Vereine, Organisatoren von Festen usw. sowie für die Flüchtlinge selbst bekannt gemacht und gegebenenfalls erweitert werden. Zusätzlich dazu sind  regionale Anlaufstellen in den Gemeinde- und Stadtverwaltungen essentiell. Eine unkomplizierte einfache Vermittlung vor Ort und ein Aufruf, wie wichtig eine derartige Integration ist, sind notwendig um erfolgreich viele Flüchtlinge im Ehrenamt zu integrieren.
Diese Art von Integration gibt den entwurzelten Menschen eine neue Aufgabe und hilft die deutsche Sprache und die deutschen Werte kennen zu lernen. Im Gegensatz zu gezielten „Kennenlern-Veranstaltungen“ für Einheimische und Flüchtlinge, haben so auch Bürger, die nicht gezielt den Kontakt zu Flüchtlingen suchen, die Möglichkeit diese als individuelle Menschen kennen zu lernen. Eine Scheu davor Flüchtlinge als „günstige Arbeiter“ dadurch Auszubeuten ist nicht gänzlich unbegründet, jedoch ist die Gefahr gering sofern man im Zuge dessen keine neuen ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder einführt. Folglich sollte das kein Hinderungsgrund sein, diese Gelegenheit Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, ungenutzt zu lassen.

Wir können das Schaffen. Es ist an der Zeit uns selbst zu retten.