In Entstehung

Verloren


Verlorenz

Verloren
(Eine Abwandlung von Goethes “Gefunden” siehe unten)

Maria Smettan, 2013

Ich grub’s mit allen den Würzlein aus
und pflanzt es nieder
bei meinem Haus.
 
Welch Pein! Welch Graus!
Es blühet nicht wieder
bei meinem Haus.
 
Alsbald nicht ein einzges Hälmchen mehr steht.
Ach! – Es tut schier in der Seele weh,
wie ich bei meinem Häuschen seh,
wie stetig es zu Grunde geht.
 
Ich ging im Walde so für mich hin,
um nichts zu Suchen, das war mein Sinn.

 

 

 

Gefunden

Johann Wolfgang von Goethe, 1813                                                               .

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grub’s mit allen
Den Würzlein aus.
Zum Garten trug ich’s
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.